Haltung und Pflege des Neufundländers

 

 

HALTUNG

 

Trotz seiner Größe ist er ein Wesen, das ungemein viel Liebe und Zuwendung braucht, d. h. er darf niemalszum Zwingerhund werden – er würde ohne Familienanschluß verkümmern. Seine sozialen Fähigkeiten können sich nur entwickeln, wenn er mit seinem „Rudel“ zusammen leben kann.

 

Dies bedeutet nicht, dass es für ihn keine Tabuzonen gibt. Er akzeptiert natürlich (anfangs widerstrebend), dass er z. B. nicht in das Bad oder das Kinderzimmer, das Gästezimmer oder in die obere Etage darf, wenn der Besitzer das so bestimmt.

 


PFLEGE

 

Der Neufundländer hat ein dichtes, langes, doppeltes Fell, das sorgfältiger Pflege bedarf.

 

Zweimal im Jahr wird das Fell gewechselt, Hündinnen verlieren zusätzlich noch vor ihrer Läufigkeit Fell. Für Neufundländer-Besitzer heißt dies: Überall finden sich die „Wollmäuse“, und beim Bürsten ist nicht nur die Bürste oder der Kamm nach einem Strich voll – es ist eine ganze Einkaufstüte voll, und dies bedeutet über eine oder zwei Wochen lang vollen Einsatz! Aber der Hund genießt es. Und wenn man glaubt, es ist geschafft, haart der Hund immer noch ab!

 

Schon als Welpe gewöhnt ihn sein Züchter an das Bürsten und Kämmen und der Hund lernt, es zu genießen. Filzstellen im Fell entstehen durch die dichte Unterwolle schnell und sind nur anfangs genauso schnell wieder zu entfernen. Sie können Hauterkrankungen begünstigen, da sich zwischen Filz und Haut z. B. Ekzeme entwickeln können, die der Besitzer anfangs einfach nicht sehen kann (später wird er sie riechen). Auch eine Besiedlung von Parasiten wird u. U. begünstigt, da sie sich ungestört vermehren können.

 

Verfilzungen können innerhalb von zwei, drei Wochen entstehen. Sie können in dieser Zeit z. B. hinter und unter den Ohren pflaumengroß und in den „Hosen“ an den Hinterbeinen apfelgroß werden. Diese sind dann nicht mehr ohne Ziepen und Reißen zu entfernen. Für den Hund ist das speziell an seinen „heiligen Stellen“, den Innenseiten der Hinterläufe, eine Tortur - und er wird sich gegen das Bürsten wehren. Unter diesen Umständen kann der Bürstversuch zu einer Machtprobe werden. Dies sollte unbedingt vermieden werden!!!

 

Nach jedem Spaziergang sollte das Fell von mitgebrachten Ästchen, Blättern, Kletten, Erde etc. gesäubert werden. Der Neufundländer lernt auch schnell, dass ihm vor der Haustür die Pfoten und der Bauch mit einem feuchten Tuch gesäubert werden, bevor er eintreten darf. Erst später, wenn das Fell trocken ist, können verklebte und verknotete Stellen aufgelockert und durchgebürstet werden.

Mindestens einmal in der Woche ist dann eine gründliche Reinigung angesagt. Am einfachsten geht dies auf einem Tisch. Das ist für den Besitzer „bandscheibenfreundlich“, und der Hund steht auf Augenhöhe auf begrenztem Platz. Er kann nicht – wie auf dem Boden – sich einfach hinwerfen, herumrollen und davon machen.

 

Der Besitzer sollte ein festes Schema entwickeln, z.. B. von vorn nach hinten. Zuerst wird der Kopf bearbeitet, Augen, Ohren, Gebiss werden kontrolliert und gesäubert. Danach geht es an den Hals, Nacken, danach z. B. die rechte Körperseite – anschließend die linke. Der Hund ist ein Gewohnheitstier, und er wird schon nach einigen Wiederholungen wissen, was wann an die Reihe kommt.

 

Danach kann ein „Blower“ eingesetzt werden. Dies ist ein extra starker Föhn für Hunde. Es gibt ihn in den unterschiedlichsten Stärken und Preislagen. Für einen Neufundländer benötigt man einen Blower von mindestens 1300 Watt, damit er trotz der dichten Unterwolle noch bis zur Haut vordringt. Damit werden auch die letzten losen Haare und Hautschuppen entfernt. Das Fell verliert den Grauschleier und glänzt wie die berühmte Speckschwarte. Nach anfänglichem Sträuben (wegen des ungewohnten Geräusches und des Luftdruckes) genießen die Neufundländer das Föhnen und stellen sich später auch freiwillig hin, sobald sie den Blower sehen.

 

Anfangs können einige Schmusepausen eingelegt werden – aber kein Spiel. Bei einem Welpen kann man auch ab und zu ein Leckerchen nach einer „schwierigen“ Stelle geben. So verbindet der Hund Bürsten mit angenehmer Zuwendung.

 

Nur, wenn dieses gründliche Bürsten und Kämmen in regelmäßigen, kurzen Abständen durchgeführt wird, können keine größeren Problemzonen entstehen. So ist es für den Besitzer kein Kraftakt und für den Hund auch nicht schmerzhaft.

 

Nach dem Fellwechsel sollte der Neufundländer gewaschen werden. Auch nach den Läufigkeiten ist das Baden angesagt. Im Handel werden spezielle rückfettende Hundeshampoos angeboten. Die Züchter werden sicher ihre Erfahrungen mit den Produkten weitergeben. Mit dem Blower ist der Hund nach ca. ½ Stunde „bügelfeucht“. Danach erfolgt ein Spaziergang, bei dem der Hund sich trocken läuft. Auf diese Weise können keine neuen Verfilzungen entstehen.

 

Das Ergebnis ist ein gepflegter, glänzender Neufundländer, der überall gern gesehen wird und auf den sein Besitzer stolz sein kann.

 

DURCHSCHNITTSGRÖSSE

 

Rüden ca. 71 cm, Hündinnen 66 cm.

 

(S. Welzbacher)

Aktualisiert

20.11.2017

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